Handling

Manuelles Handling = Handhabung, Umgang mit den Produkten, siehe IPC-A-610E (siehe Literatur); wichtig ist die Einhaltung allgemein verbindlicher Verfahrens- und Arbeitsanweisungen zu Sauberkeit, Schutzkleidung und dem Umgang mit elektronischen Baugruppen, Materialien und Zwischenprodukten. Zu beachten sind:

· ESD-Schutz (ESD: electrostatic discharge = rasche Ladungsänderung durch Ableitung statischer Elektrizität). Schon 20 V können einen ESD-Schaden anrichten; fühlbar sind erst ESD-Schläge ab ca. 500-2000 V. Je geringer die Luftfeuchte, desto stärker ist die ESD-Gefährdung; eine hohe Luftfeuchte ist jedoch keinesfalls ein geeigneter ESD-Schutz!
Tabelle "typische Erzeugung statischer Elektrizität": (aus IPC-A-610E deutsch) Normen: DIN EN 61340-5-1 und DIN EN 61340-5-2 (siehe Literatur) Im amerikanischen Raum wird der Standard ANSI/ESD-20.20 als Grundlage für ein ESD-Kontrollprogramm verwendet.
· Schutz vor mechanischer Beanspruchung: Vermeidung von Stoß, Biegung, Belastung und Verkratzen durch sanftes Aufnehmen und Ablegen der Teile; gerade an kleinen Bauelementen (R/C 0402 und darunter) brechen die Lötstellen ohne große Krafteinwirkung durch Scherung.
· Schutz vor Verschmutzung: Berührung der Lötflächen mit den bloßen Fingern ist unbedingt zu vermeiden, denn Fingerabdrücke können die Benetzung deutlich verschlechtern. Je kleiner die Bauelemente und Leiterbahnabstände, desto höher sind die Anforderungen an die Reinheit der Umgebung.
· Klima: Der Joint Industry Standard J-STD-001E (siehe Literatur) schlägt vor, die Grenzen relativ weit nach Komfort des Bedienpersonals und Lötbarkeit zu setzen, und zwar die Temperatur zwischen +18°C und +30°C, und die relative Feuchte auf maximal 70% zu begrenzen; bei einer relativen Feuchte unter 30% muss der Baugruppenhersteller ein effektives ESD-Kontrollprogramm nachweisen. Es macht Sinn, den unteren Wert nicht zu begrenzen, denn Bauelemente mit einem hohen MSL (Moisture Sensitivity Level = Feuchte-Empfindlichkeitsstufe) müssen in einer Umgebung unter 5% relativer Feuchte aufbewahrt werden; wenn sie unter "normalen" Bedingungen lagern, müssen sie vor dem Löten getrocknet werden, um Popcorning (Aufplatzen, Delaminierung) zu vermeiden. Bei höheren Anforderungen an die Prozesskontrolle können die Grenzen für Temperatur und Feuchte enger gesetzt werden.



Maschinell: Klima der Umgebung; Lagerung von Material, Zwischen- und Endprodukten, Transporteinheiten, Sauberkeit und Wartung der Anlagen, ESD-Schutz, Bediener-Eingriffe. Wechselwirkung mit dem Design, z. B. sind Transportränder und Nutzen-Trennstellen zu berücksichtigen.